Mit ‘Ruhrpott’ getaggte Beiträge

Unter dem Titel „Missbraucht im Namen des Teufels“ wird mal wieder das moderne Märchen vom rituellen Missbrauch aufgewärmt.

Ich verstehe nicht, warum man nicht wenigstens pro forma nach Ausgewogenheit strebt und zu diesem Thema auch sachkundige Ansprechpartner bei der Polizei oder beim Essener Sekten-Info (jetzt: Sekten-Info NRW) befragt.

Beim Sekten-Info gibt es zu diesem Thema übrigens einen ausgezeichneten Artikel. Zitat aus dem Fazit:

Für die Existenz großer, international vernetzter, satanistischer Sekten, in denen gefoltert und gemordet wird, gibt es bisher keinerlei Anhaltspunkte. Es gibt auch nicht den Satanismus, sondern viele verschiedene Erscheinungsformen, denen vor allem die Selbstvergottung des Menschen gemein ist. Vor allem sind es Jugendliche, die aus Neugier, Protest oder Erhöhung des Selbstwertgefühls die Bücher von Crowley oder LaVey lesen, Rituale durchführen und mit Hilfe von Magie versuchen, Stärke und Macht zu gewinnen. In Einzelfällen kommt es dabei auch zu kriminellen Handlungen. Die Morde von Sondershausen, Witten und die Verurteilung von Michael D. Eschner wegen Missbrauchs und Vergewaltigung zeigen, dass es im Satanismus zu Verbrechen kommen kann. Allerdings wurden diese auch vor Gericht gebracht und geahndet.

Natürlich ist es nicht auszuschließen, dass es im Satanismus zu Fällen rituellen Missbrauchs kommt. Jedes Jahr werden in Deutschland 20.000 Fälle sexuellen Missbrauchs bei der Polizei registriert und die Dunkelziffer liegt um ein Vielfaches höher. Auch in den Kirchen gibt es inzwischen eine Reihe dokumentierter Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester. Die satanistische Ideologie legitimiert Gewalt als Unterwerfungsakt und glorifiziert sexuelle Gewalt als Teil des sexualmagischen Ritus, der Macht verleiht (Busch, 2004).

Wenn eine Klientin in der Beratung von rituellem Missbrauch im Satanismus berichtet, lässt sich die Glaubwürdigkeit aber nicht allein durch ein emotionales Betroffensein festmachen. Berichtet eine Betroffene z.B. von sexuellen Grenzüberschreitungen unter massivem Alkoholkonsum, benennt den genauen Namen der Gruppe sowie konkrete Vorkommnisse, die mit der satanistischen Ideologie übereinstimmen, so sind die Geschehnisse nachvollziehbar und durchaus denkbar. Wenn aber von einer anonymen satanistischen Sekte gesprochen wird, von Satanspriestern und „Kapuzenmännern“, von Folterungen und Menschenopferungen oder von „Programmierungen“, die bis in die Gegenwart reichen, so sind deutlich Zweifel angebracht.

Gestern hat der Essener Stadtrat eine sogenannte „Vergnügungssteuer für Solarien“ beschlossen.

Neben den Kritikern melden sich jetzt auch Stimmen, denen diese Bräunungsteuer nicht weit genug geht. Was ist mit denen, die einen eigenen Garten oder einen Balkon haben und sich dort bräunen?, wird gefragt. Oder mit den Besuchern der Essener Freibäder?

Sollte das Bräunen im Garten besteuert werden, liegt es außerdem nahe, darüber nachzudenken, das Bräunen von Würstchen, Koteletts etc., sprich das Grillen, zu besteuern.

Vertreter dieser Argumentation arbeiten nun an einem Entwurf, der Zusatzabgaben auf Sonnenmilch, Gartenliegen, Grills, Holzkohle, Grillanzünder, Grillsoßen und Kräuterbutter vorsieht.

DerWesten schreibt: Kunstprojekt – „Apfelinsel“ im Baldeneysee ist abgesagt.

Ich hätte ja lieber das Wort „Kunstprojekt“ in Anführungszeichen gesetzt.

Besonders gefällt mir übrigens der Kommentar #3:

… Außer den Veranstaltern interessiert diese Ruhr 2010 doch kaum eine Sau. Es gibt im Pott ganz andere Probleme.

Meine Rede. Schon seit Jahren.